09/09: Namibia: Sand im Getriebe
Seit drei Tagen sind wir in Otjiwarongo in der Werkstatt von Thomas. Mit seinem Angestellten Zebulon hat er das Haupt- und das Verteilergetriebe auseinandergenommen, gesäubert und wieder zusammengesetzt. Das Geräusch ist verschwunden. Er hat außerdem entdeckt, dass die Schraube, die den Flansch der Kardanwelle hält, nicht richtig angezogen war, was uns noch große Probleme hätte machen können. Der MAT läuft wieder sauber. Gute Arbeit!
Zwischenzeitlich hatten wir ein bisschen Hoffnung, dass unsere Kameras gefunden werden. Die Diebe haben wahrscheinlich keine Ahnung, welchen Wert sie da in den Händen halten und werden versuchen, die Kameras für ein paar namibische Dollars zu verkaufen oder in Alkohol umzusetzen. Und dann kann man sie schnappen - das ist die Theorie der einheimischen Weißen. Heute war es endlich soweit, ein guter Polizist ging einem frischen Hinweis nach und bekam zwar nicht das Diebesgut, aber den Namen eines schon polizeilich gesuchten Verbrechers. Das ist für die Verbrechensaufklärung eine gute Nachricht, für uns weniger, denn so ein Profi ist schwieriger zu schnappen.
Thomas erzählt uns, wie Zebulon eines Tages auf dem Nachhauseweg von drei Jugendlichen aus der Nachbarschaft, die sein neues T-Shirt haben wollten, in Kopf und Rücken gestochen wurde. Zebulon ging ins Krankenhaus, dann zur Polizei. Aber der Krankenhausbericht verschwand bei der Polizei, denn der Polizist kennt einen der Jugendlichen persönlich - eine Bekanntschaft, die sich für ihn damit als profitabel herausgestellt hat. Zebulon dagegen hat keine Chance, das wissen alle. Thomas schenkte ihm ein weiteres Shirt, beide arbeiten weiter zusammen, Aufregen bringt nichts.
In diesen Tagen haben uns Thomas und seine Frau Ethni mit all ihrer Herzlichkeit, ihrem Lachen und ihrer Gastfreundschaft gerettet. Wir haben wieder Lust zu reisen, obwohl wir jetzt nach vielen Gesprächen wissen, dass unser Kamera-Diebstahl nur eine weitere kleine traurige Geschichte in einem Land ist, in dem Dummheit, Korruption, schlechte Moral und die ewigen Probleme zwischen Schwarz und Weiß sowie Schwarz und Schwarz an der Tagesordnung sind. Es bleibt spannend.
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Während ich das hier schreibe, jagt vor meinem Fenster ein schwarzer Mann einem anderen schwarzen Mann mit einer Machete hinterher. Der Verfolgte rettet sich auf das Werksgelände vor Thomas' Werkstatt und fordert über sein Handy Hilfe an. Die eine Hälfte der Passanten schimpft, die andere Hälfte lacht. Anscheinend hat der Unglückliche an das Auto des Wütenden getreten. Darum geht es aber nur oberflächlich, denn die beiden gehören dem Vernehmen nach zwei Volksgruppen an, die sich nicht ausstehen können. Nach ein paar Minuten und vergeblichen Fluchtversuchen kommt ein Auto und rettet den Autotreter vor Rache und Machete.
Morgen fahren wir nach Windhoek. Thomas sagt: "Windhoek? Immer schön alles abschließen, nicht wahr? Da wird geklaut".
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Zwischenzeitlich hatten wir ein bisschen Hoffnung, dass unsere Kameras gefunden werden. Die Diebe haben wahrscheinlich keine Ahnung, welchen Wert sie da in den Händen halten und werden versuchen, die Kameras für ein paar namibische Dollars zu verkaufen oder in Alkohol umzusetzen. Und dann kann man sie schnappen - das ist die Theorie der einheimischen Weißen. Heute war es endlich soweit, ein guter Polizist ging einem frischen Hinweis nach und bekam zwar nicht das Diebesgut, aber den Namen eines schon polizeilich gesuchten Verbrechers. Das ist für die Verbrechensaufklärung eine gute Nachricht, für uns weniger, denn so ein Profi ist schwieriger zu schnappen.
Thomas erzählt uns, wie Zebulon eines Tages auf dem Nachhauseweg von drei Jugendlichen aus der Nachbarschaft, die sein neues T-Shirt haben wollten, in Kopf und Rücken gestochen wurde. Zebulon ging ins Krankenhaus, dann zur Polizei. Aber der Krankenhausbericht verschwand bei der Polizei, denn der Polizist kennt einen der Jugendlichen persönlich - eine Bekanntschaft, die sich für ihn damit als profitabel herausgestellt hat. Zebulon dagegen hat keine Chance, das wissen alle. Thomas schenkte ihm ein weiteres Shirt, beide arbeiten weiter zusammen, Aufregen bringt nichts.
In diesen Tagen haben uns Thomas und seine Frau Ethni mit all ihrer Herzlichkeit, ihrem Lachen und ihrer Gastfreundschaft gerettet. Wir haben wieder Lust zu reisen, obwohl wir jetzt nach vielen Gesprächen wissen, dass unser Kamera-Diebstahl nur eine weitere kleine traurige Geschichte in einem Land ist, in dem Dummheit, Korruption, schlechte Moral und die ewigen Probleme zwischen Schwarz und Weiß sowie Schwarz und Schwarz an der Tagesordnung sind. Es bleibt spannend.
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Während ich das hier schreibe, jagt vor meinem Fenster ein schwarzer Mann einem anderen schwarzen Mann mit einer Machete hinterher. Der Verfolgte rettet sich auf das Werksgelände vor Thomas' Werkstatt und fordert über sein Handy Hilfe an. Die eine Hälfte der Passanten schimpft, die andere Hälfte lacht. Anscheinend hat der Unglückliche an das Auto des Wütenden getreten. Darum geht es aber nur oberflächlich, denn die beiden gehören dem Vernehmen nach zwei Volksgruppen an, die sich nicht ausstehen können. Nach ein paar Minuten und vergeblichen Fluchtversuchen kommt ein Auto und rettet den Autotreter vor Rache und Machete.
Morgen fahren wir nach Windhoek. Thomas sagt: "Windhoek? Immer schön alles abschließen, nicht wahr? Da wird geklaut".