Reiseberichte

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Category: Frankreich
Posted by: sabine
Mit vielen Wohnmobilen (die Jagdsaison ist eröffnet), schieben wir uns durch die französischen Pyrenäen über Urdos und Pau nach Toulouse. Auffällig bleiben wir trotz der Hymermasse. Auf einem Supermarktparkplatz fährt ein Franzose an uns vorbei, schaut uns ungläubig nach und lässt seine Hände der Augenbewegung folgen. Rumps, ein Betonmüllbehälter im Eimer und eine Stossstange wohl auch. Der Unglücksrabe zögert kurz und gibt dann Gummi.

Hinter Toulouse übernachten wir auf einem Autobahnrastplatz, an den ein Hafen des Kanal du Midi angeschlossen ist. Wir haben schon auf Campingplätzen schlechter gestanden, grün ist es hier und ruhig.
Category: Frankreich
Posted by: sabine
Von Huesco aus fahren wir über Sabinanigo und Biescas zum Col du Pourtalet in 1784 m Höhe. In dieser eigentlich öden Region wird der Tourismus stark gefördert. Große Anzeigetafeln verkünden Gastfreundschaft pur, Campingplätze, Hotels, Restaurants, Pässe und Ruinen, alles für uns da, alles geöffnet. Sofort begegnen uns auch zwei große Parkplätze direkt an der Straße, die per Schild zum Campingplatz befördert wurden. Nichts für uns. Alle Gastronomie finden wir verschlossen, aber wir haben vorausschauend in einem der letzten großen Supermärkte der Zivilisation vorgesorgt. So kann man uns nicht stoppen. Immer höher schraubt sich die Straße, 30 Kilometer in Windungen um Fels und Schneefelder. Abgetaute Skilift-Stationen vermitteln Endzeitstimmung, während wir in guter Laune dem Gipfel zustreben.

Pyrenäen Pyrenäen
Geschlossene Grenzen in der EU, mitten in den Pyrenäen? Nein, Schneestopp bis Mitte Mai.

Stunden später endet Spanien unvermittelt nach einer Kurve und wir stehen vor geschlossenen Schranken. Ein angemalter Holzbalken mit verbeulten Schildern stellt sicher kein ernst zu nehmendes Hindernis für unseren LKW dar, zudem alle Polizei der nahen Grenzhäuschen unsichtbar bleibt. Als brave EU-Bürger ziehen wir dann doch eine Einheimische zu Rate, die uns ob großer Schneemassen von unserem Plan abrät. Mitte Mai geht die Schranke hoch, nicht früher. Der nächste westliche Pass sei geöffnet, nur 15 Kilometer entfernt, grinst die Dame und zeigt quer ab zur Straße auf den nächsten schneebedeckten Gipfel. Haha. Zurück ist ja doof, aber wir haben wohl keine andere Wahl. Boshaft fotografieren wir noch das „Betreten verboten“-Schild der Ruine und fahren die 60 Kilometer zum Tunel du Somport, der mit 8,8 Kilometern Länge die höchsten, unpassierbaren Gipfel einfach untergräbt. Mitten im Tunnel sind wir plötzlich in Frankreich und uns einig, dass es genau wie in Spanien aussieht.
Category: Spanien
Posted by: sabine
27.04. Zaragossa: Nochmal ein paar hundert Kilometer und dann auf einen Campingplatz, Pause mit Duschen, Putzen und Computerarbeit. Die nächsten Tage geht’s dann in die Pyrenäen.

Rififi Rififi

Rififi und das Motto dieser Tage: Sonne auf den Pelz brennen lassen. Wir grübeln über unsere weiteren Reisepläne. Am Kanal bleiben? Nordfrankreich? Noch sind wir unschlüssig...

26.04. Madrid: Fahren, fahren, den ganzen Tag durch „La Mancha“. Es ist warm, das Land flach und trostlos. Ja, hier muss Don Quichote unterwegs gewesen sein. Die Windmühlen sind verschwunden, die in der ADAC-Karte erwähnten riesigen tönernen Weinkrüge (hier gibt’s kein Holz für Fässer) sind solchen aus Zement gewichen. Toll. Schnell weg.
Category: Spanien
Posted by: sabine
Cordoba

Wichtigstes Bauwerk Córdobas ist ein Moscheegelände namens Mesquita. Einen Tag habe ich dort verbracht und bin mir sicher, nie etwas schöneres von Menschenhand Gemachtes gesehen zu haben. So beeindruckend sind diese Gänge, Säulen und Hallen, dass keiner der wechselnden Herrscher unterschiedlicher Epochen, Länder, Religionen und Vorlieben die Mesquita zerstörte, sondern höchstens das Gelände mit den Höchstleistungen der aktuellen Epoche erweiterte.

Mesquita Mesquita

Mehrere Tore, mit Gold beschlagen oder reich verziert, führen in den großen Innenhof. Hier stehen die Brunnen zur rituellen Waschung und blühend duftende Orangenbäume. Das Kieselsteinpflaster kann im Sommer mit Wasser aus zahlreichen Kanälen geflutet und damit gekühlt werden. Natürlich sind keine ehrwürdigen Geistlichen zugegen, sondern die unterschiedlichsten Touristengruppen, aber das tut dem Zauber keinen Abbruch.

Mesquita Mesquita

Als die Moschee um 750 gebaut wurde, sammelte man alles aktuell verfügbare Baumaterial zusammen, darunter eine halbe Basilika sowie Basen, Kapitelle, Schäfte und Säulen aus römischen Palästen und westgotischen Ruinen der Umgebung. Was noch fehlte, wurde von den hiesigen Baumeistern ergänzt. Studenten der Kunstgeschichte können sich viele Reisen sparen, wenn sie einfach hier jede Säule erforschen.

Der Innenraum der Moschee besteht aus zweistöckigen Säulenbogen, die die Illusion großer Höhe und eines Raumes ohne feste Achse vorspiegeln, statisch und dynamisch zugleich und offen in alle Richtungen.

Mesquita Mesquita Mesquita

Mesquita Mesquita Mesquita

Links der Mihrab, eine kleine achteckige Kammer innerhalb der Kibla und ähnlich der christlichen Apsis ein „Tor zu Gott“ und daher unglaublich prachtvoll. Der Türrahmen ist reich an Blumenornamenten, die Farben Rot, Blau und Gold dominieren. Symmetrische und regelmäßige Wiederholung der abstrakten, floralen Motive umranden die Tür, die am äußeren Rahmen durch Schriftzüge aus dem Koran abgeschlossen wird.

Mesquita Mesquita

Mesquita Mesquita Mesquita

Tja, und plötzlich war mit Karl V wieder ein Christ an der Macht und der ließ mitten in die Säulenhalle eine Kathedrale platzieren, die in den folgend Jahrhunderten munter nach dem jeweiligen Geschmack verändert wurden. Es finden sich gotische Elemente, aber auch Renaissance-Ecken und Barockfülle. Arme Männer und Frauen werden gequält und gegeißelt, von Engeln gerettet oder auch nicht. Es ist überwältigend, wirkt aber auf mich irgendwie kalt und abweisend.

Zu den Bilder: Oben Chorgestühl aus Mahagonieholz und Vierungskuppel des Querschiffs. Unten ein Leidensrelief, ein geschnitzte Kanzel, unter der ein armer Stier von einem Adler erledigt wird und ein Ausschnitt der hübschen Hauptkuppel.

Category: Spanien
Posted by: sabine
Mesquita Mesquita Mesquita

Cordoba gilt als die Stadt der Innenhöfe. Erfunden wurden sie hier sozusagen, die Patios mit den murmelnden Brunnen, den maurischen Kacheln an den Wänden, Marmor oder Kieselsteine auf dem Boden und vielen liebevollen Details.

Erst will ich mich heimlich in die Hauseingänge schleichen, um vielleicht einen Blick und ein Foto zu riskieren. Die Bewohner der Häuser öffnen aber sofort ihre Türen und laden mich ein, alles genau zu betrachten.

Verwunderlich? Der Führer einer deutschen Reisegruppe, der ich mich unauffällig anschloss und damit das Durchschnittsalter halbierte, löste das Rätsel: jedes Jahr Anfang Mai findet in Córdoba das Fest der Innenhöfe statt. Der schönste Innenhof erhält mehrere Tausend Euro Preisgeld und jede Menge Prestige. Touristen werden in dieser Zeit gerne hinzugezogen, um sich den Vorsprung vor dem Nachbarn bestätigen zu lassen („Haben Sie den gesehen? Etwas mickrig, die Blumen, oder?“).

Topfblumen übrigens sollen ihren Ursprung bei den orientalischen Wüstenvölkern haben: die Nomaden konnten so ein Stück lebende Natur transportieren wie jedes andere Hab und Gut. Heute strotzt Córdoba nur so vor roten Geranien. Sollte die Wiege der blühenden bayerischen Balkone in den hängenden Gärten der Semiramis zu suchen sein?

In rechten Bild sitzt Maimonides, ein großer spanisch-jüdischer Denker. Er war um 1200 der unpopulären Meinung, das Leben lasse sich mit der allen Menschen gegebenen Vernunft am besten regeln. Die religiösen Herrscher und alten Adelsgeschlechter verjagten ihn, auf dass er ihren Untertanen keine Flausen in den Kopf setze. Sein linker Fuß glänzt so golden, weil es Erleuchtung bringen soll, wenn man ihn berührt. Der arme Kerl, noch hunderte Jahre später so missverstanden!
Category: Marokko
Posted by: sabine
Wir verlassen Asilah, bis Tanger ist es nur ein Katzensprung. 40 Kilometer später sind wir in der Großstadt und kommen diesmal nicht drum herum, uns mitten ins Zentrum zu begeben. Auf der Hauptstraße Richtung Hafen treffen wir einen Österreicher mit seinem 1113, mit Wüstenausstattung und voller Sand wie wir. Wir winken, wir lachen und dann werden wir plötzlich geentert. Eine Gruppe Marokkaner springt während der Fahrt auf den 1113er, ein paar Männer versuchen die Leiter abzumachen, die anderen beschäftigen sich mit der Kiste auf dem Dach. Der Schweizer hält an, wir auch, die Männer fliehen, Bodo hinterher.

So was Freches haben wir in ganz Marokko nicht gesehen. Erwischt haben sie nichts, aber eine Leiterhalterung ist abgerissen. Die Menschen drum herum auf der Straße kümmerts nicht oder sie lachen und auch so eine Haltung ist uns bisher nicht begegnet. Tanger ist wirklich eine Ausnahme, aber wenn wir hier angekommen wären, hätte uns das die Lust auf Marokko gut verderben können.

Stefan

So treffen wir unsere Reisegefährten für die Überfahrt nach Europa. Stefan und Stephanie aus Wien waren drei Monate in Marokko und Mauretanien und müssen jetzt zurück, die Jobs warten. Wir verstehen uns auf Anhieb gut und kaufen auf dem Schiff erstmal ein paar Bier und Sandwichs. Da lieg ich nun, mein Kopf auf Bodos Schoß, die Flasche in der Hand, der Wind im offenen Haar und komme mir so was von Verrucht vor...
Category: Marokko
Posted by: sabine
Asilah Asilah

Asilah Asilah

Portugiesisch-orientalische Perle mit künstlerischem Anspruch
Category: Marokko
Posted by: sabine
Wir brauchen einen schönen Campingplatz am möglichst mülllosen Meer, einen Bäcker und ein Internetcafe in der Nähe und Ruhe. Unsere Wahl fällt auf Asilah, ein kleines Städtchen zwischen Tanger und Larache. Hier finden wir tatsächlich unseren Platz und bleiben erstmal dort.

Ehemals von den portugiesischen Kolonisten als Startpunkt einer glücklosen Eroberung der fisch- und handelsreichen nordafrikanischen Atlantikküste auserkoren, ernährt sich Asilah heute hauptsächlich von spanischen Touristen und französischen Intellektuellen, die alte Häuser in der kleinen Medina (Altstadt innerhalb von Festungsmauern) kaufen und mit deutschen Toiletten, norwegischen Kaminen, maurischen Springbrunnen und französischen Küchen ausstatten.

Alljährlich findet in Asilah ein Kulturfestival statt, in dessen Rahmen viele Häuserwände von aktuell führenden afrikanischen Malern verschönert werden. Und sie ist wirklich hübsch, die Altstadt, ganz portugiesisch in weiß und blau gehalten. In manchen Gassen sind die Häuser in so vielen Blau- und Grüntönen gehalten, dass man wie durch Aquariumlicht wandelt.

Die größte Sehenswürdigkeit ist der „Palast der Tränen“ des Herrschers Rassouli, der angeblich Ende des 18. Jahrhunderts amerikanische und englische Touristen entführte, ihnen gerne mit dem Säbel vor der Nase wedelte und sie schließlich gegen Geld und Sachwerte wieder laufen ließ. Leider ist der Palast geschlossen, weder Schild noch Wächter geben Auskunft. Schade, so romantisch, diese Geschichte!
Category: Marokko
Posted by: sabine
In Casablanca fahren wir in die einzige offizielle Mercedes Benz Werkstatt, um endlich an unser Spezialöl zu kommen und uns ein bisschen umzuschauen. Die Gebäude, die Schilder und die Autos sehen so aus wie in Deutschland auch. Die Werkshallen sind gut gefüllt, die Angestellten im firmeneigenen Blaumann. Wenig Marokko, viel Deutschland, denken wir.

Aber das täuscht wieder mal. Unser Öl bekommen wir erst, nachdem wir im ersten Büro Höflichkeiten ausgetauscht haben, in einem anderen länger gewartet haben und in einem dritten dann irgendwann bezahlen konnten, um wieder im ersten unser Öl zu bekommen – 5 Liter für 230 Dirham. In Deutschland gibt´s Geld, hier Zeit.

Während unserer Büro-Tour wird das erste Büro dekoriert. Ein Mitarbeiter verlässt die Firma, es wird gefeiert und wir werden eingeladen. Wir sind eigentlich müde nach dem ganzen Casablanca-Wahnsinn, werden aber fast zum Tisch geschleift, jemand drückt uns Cola in die Hand, ein anderer ein großes Stück Sahnekuchen. Kekse werden uns auf den Teller geladen, wir werden von allen Seiten angelächelt. Das ist auf jeden Fall marokkanisch, nicht deutsch.

MB Casa

Kaum haben wir den Kuchen vernichtet, werden wir in ein Auto geladen und um den Block gefahren. Hier steht LKW an LKW, vornehmlich vom Typ 1520, und tausend Einzelteile auf Paletten: Federn, Tanks, Getriebe, Motoren. In einer angrenzenden Halle werden auf zwei Schienen jeweils fünf LKWs zusammengebaut. Alle Teile kommen aus Brasilien (!) per Container. Ein nagelneuer 1520 mit Differenzialsperre und ohne Elektronik kostet hier um die 400.000 Dirham (ca. 36.000 EUR). Leider kein Allrad, aber das könne man in Brasilien bestellen, meint unser Werkstattführer. Wir könnten uns einen LKW zusammenstellen, wie wir möchten. Alles ist möglich, wird uns freundlich versichert. Beeindruckend und kein bisschen deutsch.

Wir werden herzlich eingeladen, bei unserem nächsten Besuch in Marokko noch mal vorbeizuschauen und sagen gerne zu.

17/04: Qualidia lebt

Category: Marokko
Posted by: sabine
Rabat

Sonnenuntergang bei El Jadida. Wunderschöner Strand, die Dämmerung legt sich gnädig über die angeschwemmten Müllberge.

Markt Seenomaden

Zwei Seiten von Qualidia: links der wöchentliche Souk. Schon seit den Morgenstunden reisen die Menschen per Bus, LKW, Esel oder zu Fuß an, um Fleisch, Obst, Gemüse, Haushaltsgegenstände, Kleider, Möbel oder Tand zu erwerben oder zu verkaufen. Jenseits der größeren Städte gibt es nur Läden für den täglichen Bedarf, keine Einkaufshäuser. Alles außer Brot, Butter, Eier, Milch, Couscous und Schokolade wird auf dem Markt gehandelt.
Rechts zwei Fischer mit traditioneller Hütte neben den Salinenfeldern nahe der Stadt. Freundlich winken sie uns zu.
Category: Marokko
Posted by: sabine
Wir hegen eine letzte Hoffnung, doch noch an unser Paket heranzukommen. Direkt vor Ort in Casablanca möchten wir die ominösen Zollprobleme lösen, die zwischen uns und unserer Kamera liegen. Wir fahren also zu UPS Casablanca und treffen im Büro die zuständige Dame, Marke Bürodrache. Stark geschminkt, versetzt sie mit mürrischem Blick und lauter Stimme ihre Mitarbeiter in Angst und Schrecken. Eine Mitarbeiterin erbarmt sich schließlich und schickt uns mit den Frachtpapieren weiter zu UPS am alten Flughafen Nuacer, 30 Kilometer vor der Stadt.

Im Fracht- und Zollbereich wimmelt es vor wichtigen Männern und solchen, die es gerne wären. Sofort haben wir einen Schlepper am Hals, der zwar kein Französisch spricht und von den UPS-Mitarbeitern wie Zollbeamten verächtlich von der Seite angeschaut wird, ohne den wir aber nicht weit kommen, wie uns schon bald klar wird. Schilder gibt es hier weder an den Gebäuden, noch an Zimmern oder Personen.

Zuerst findet der Kerl den zuständigen Zollbeamten, der gerade zu Mittag ist. Das Paket wird gefunden, geöffnet, der Inhalt dokumentiert. Diese Dokumentation muss in ein Gebäude 500 Meter abseits, in ein bestimmtes Büro, in dem sich schon andere Männer um einen Schreibtisch mit einem wichtigen Herrn mit Taschenrechner drängen. Wir bekommen einen Stempel, hetzen zurück, ein Papier wird kopiert, es geht in ein anderes Gebäude, das gerade renoviert wird. Ein weiterer Herr liest zwischen Farbeimern in den Papieren, stempelt, wieder eine Kopie, wieder ein Büro. Hier werden die ersten 20 Dirham fällig für die Herren in Uniform. UPS möchte 150 Dirham für die große Leistung, das Paket vom Zollgebäude in ihren Lagerraum gebracht zu haben, es dann nicht geschafft zu haben, die auf den Papieren angegebene Telefonnummer (Bodos Handy) anzurufen und eine grandiose Verschleierungstaktik im Trackinglog zu veranstalten – laut Internet waren wir es nämlich immer, die die Lieferung verweigert haben, nicht UPS! Der Schlepper möchte 100 Dirham, den handeln wir noch runter auf 75 Dirham. Wir sind fertig mit UPS und Casablanca. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft war das sicherlich nicht.

Lichtblick am Abend sind die Nussecken aus Haimhausen, ein Stückchen Heimat im der Fremde. Danke, Katja!
Category: Marokko
Posted by: sabine
Umweltverschmutzung

Abfälle der Phosphat-Fabrik vor Safi: auch das ist Marokko. Dieser Turm ist etwa 20 Meter hoch und in der ganzen Gegend stinkt es zum Erbrechen. Einige Meter weiter angeln einige Männer am Ufer.

Lieber ein paar schoene Bilder? hier:
- Marokko im Maerz

Category: Marokko
Posted by: sabine
Wir sind beide müde und fühlen uns krank. Schnupfen und Husten schleppen wir seit Zagora mit uns herum, jetzt spielt auch die Verdauung verrückt. Essaouira ist hübsch (wenn auch wieder zugemüllt), aber wir brauchen einen ruhigen Campingplatz für ein paar Tage Urlaub. Also fahren wir nach Safi, 120 Kilometer Küstenstrecke. Wir sehen Dünen und Gemüsefelder, vor allem Zwiebeln. Die werden gerade geerntet, auf Kamele verladen, auf Lastwagen umgeladen, in die Stadt gefahren und für 3 Dirham das Kilo (28 cent) verkauft. Wie kann sich so was rechnen?

Kurz vor Safi bricht die Industrie- und Müllhölle wieder los. Die Phosphatindustrie konzentriert sich hier in riesigen Anlagen, die hemmungslos ihre Abwässer ins Meer leiten und den Rest in die Luft pusten. Safi selber zeigt sich müllfrei und zivilisiert und wir sind so müde, daher fahren wir auf den Campingplatz, ein Idyll inmitten von Bäumen, mit viel Vogelgezwitscher und einem trötenden Pfau. Und jetzt: 3 Tage nix tun und darauf hoffen, dass keine Fabrik explodiert.
Category: Marokko
Posted by: sabine
Shoppen in Essouira Shoppen in Essouira

Auf dem Souk von Essaouira gibt es alles, was das Herz begehrt: kostbare Teppiche, glitzerndes Geschmeide, ausgesuchte Gewürze. Nach einem aufregenden Shoppingtag komme ich mit Tüten voller Gold, Myrre und Weihrauch nach Hause.

Category: Marokko
Posted by: sabine
Heute geh ich shoppen. Nachdem die sehnsüchtig erwartete Küste sich als ein solcher Dreckflopp erwiesen hat, will ich wenigstens meine materiellen Gelüste nach orientalischem Schnickschnack befriedigen. Essaouira bietet sich an, denn es ist groß genug für eine ordentliche Auswahl, aber auch keine Großstadt wie Casablanca oder Rabat.

Ich beginne mit einem Frühstück in einem kleinen Gassenlokal und lasse erstmal die örtliche Bagage an mir vorbei ziehen. Schnell ist klar: die schönen Marokkanerinnen sollten ihre Schleier besser den dicken weißen Engländern geben, die einem in kurzen Shorts und Spaghetti-Tops den Appetit verderben.

Die anschließenden 5 Stunden verbringe ich mit Preise erfragen, vergleichen, verhandeln, Tee trinken. Ein schöner Souk. Es gibt die Fleischstraße, deren Läden leckere Ziegen- und Schafsköpfe als Qualitäts-Aushängeschild auf der Straße positionieren. In der Schmuckstraße glänzt goldener Hochzeitsschmuck mit berberischen Glücksbringern aus Silber um die Wette. In der Holzgasse polieren die Schreiner die duftenden Zitronenholzschachteln auf Hochglanz. In der Gemüsegasse schreien die Gemüsehändler so, wie Gemüsehändler anscheinend weltweit schreien müssen. Gewürzplätze gibt es zwei: einen für Einheimische, der auch Naturmedizin bietet und einen für Touristen, ungleich bunter und teurer. Ach ja, und natürlich mehrere Teppichecken und Keramikhäuser.

Shoppen in Essaouira Shoppen in Essaouira

Die Verhandlungsspannen liegen so bei 400 Prozent. Alle rhetorischen Waffen sind erlaubt. Mein Gegenüber erwähnt seine große, hungernde Familie in den Bergen, die ohne Strom, also im Dunkeln und per Hand mühsam diese wertvollen Andenken herstellen. Ich erwähne, dass das Objekt ein Geschenk für eine schwangere Freundin sei (Schwangere sind hier fast heilig und es ist nicht zu empfehlen, mit dickem Bauch nach Marokko zu fahren, es sei denn, frau bekommt gerne ständig den Bauch von fremden Frauen geküsst). Jetzt ist erst mal wieder Tee fällig, nach solchen Eröffnungen. Nächste Runde, der Preis ist schon um die Hälfte gesunken. Im Nachbargeschäft liege der Preis niedriger, wage ich einzuwenden. Was, ruft der Verkäufer ungläubig, rennt in den betreffenden Laden, kehrt mit dem Objekt zurück und haut darauf herum, bis Dellen entstehen. Mindere Qualität, ruft der Verkäufer begeistert, da wäre der Preis natürlich günstiger. Jetzt muss ich schon lachen und habe natürlich verloren, das Schlitzohr weiß das genau. Der Preis bleibt, ich bezahle am Ende, wahrscheinlich zu viel, aber egal, der Unterhaltungswert zählt auch.
Category: Marokko
Posted by: sabine
Hafen in Agadir Hafen in Agadir

Fischfangflotten im Hafen von Agadir: da muss das Ein- und Auslaufen gut koordiniert werden.

Category: Marokko
Posted by: sabine
Wir sind beide müde, wollen aber aus der Stinkestadt Sidi Ifni weg. Wir peilen unser nächstes Etappenziel Essaouira an. Laut Reiseführer eine schöne, ehemals portugiesische Stadt mit Künstlerkolonien und Bootswerften. Die Strecke geht über Tiznit, dann geradewegs durchs Land auf Agadir zu.

Wir nehmen die Umgehungsstraße um Agadir, da wir wenig Lust auf den Stadtrummel haben. 1960 wurde Agadir bei einem großen Erdbeben fast ganz zerstört und anschließend im Betonstil der 60er wieder aufgebaut. Ein anderes Mal, denken wir, und brausen die Autobahn entlang, Links sehen wir große weißen Hotelburgen, palmenumsäumt, gartengesprengt. Rechts Slums, Schutthütten, eigentlich unbewohnbar, und doch hängt Wäsche zwischen Müll und zerzausten, Fußball spielenden Kindern.

Weiter geht’s, immer ein paar Kilometer von der Küste weg die Hauptstraße entlang, 350 Kilometer sind heute zu bewältigen. Die Landschaft wird zunehmend grüner, feuchter, fruchtbarer. Die Nadelbäume scheinen größer und selbstbewusster, wir sehen zum ersten Mal Kühe und die Kornfelder, bei TanTan noch kleine Privatfeldchen, sind ackergroß und mit kleinen Mauern umsäumt. Es ist gerade Erntezeit und gearbeitet wird, typisch für Marokko, zum einen mit der Hand und zum anderen vornehmlich von Frauen.

Abends erreichen wir Essaouira, aber die Campingplätze dort sind betonierte, umzäunte Parkplätze. Da können wir auch gleich vor der Polizei parken, denken wir und machen das auch.

11/04: Sidi Ifni

Category: Marokko
Posted by: sabine
In Sidi Ifni finden wir die Hochburg des Müll und Fischgestanks. Wir landen auf einem Campingplatz, mit hohen Mauern drum herum, eine Touristen-Sicherheitsverwahrung. Aber ich kämpfe mit einer Magen-Darm-Geschichte und wir bleiben.
Category: Marokko
Posted by: sabine
Strand von Sidi Ifni TanTan Plage

Kamel am Ortseingang von Tata und Sonnenuntergang bei Sidi Ifni

Category: Marokko
Posted by: sabine
Wir fahren noch ein paar Kilometer südlich Richtung Westsahara, aber es gefällt uns wenig hier. Die Landschaft hat zwar einen gewissen Charme, aber die zahlreichen Hochspannungsmasten und Sendestationen verderben systematisch die Aussicht. Die Menschen in den kleinen Siedlungen sind apathisch, während sie in den Städten ihre gesamte Energie in das Hochhalten von Stinkefingern stecken. Sobald Menschen an der Küste wohnen, bestimmt Müll die Szenerie. Wir flüchten nordwärts, nach Sidi Ifni.
Category: Marokko
Posted by: sabine
Fahrrad Fahrrad

Mohammed Azourar auf seiner Reise

Heute auf dem Plan: Fahrt über Akka, Tarhjijt, Bou-Izakarn, Guelmin, Tan-Tan bis El Quatia, auch Tan-Tan-Plage genannt. 400 Kilometer bei Reisewetter: bedeckter Himmel, leichter Wind. Mit den Kilometern und der Meernähe wird das Klima feuchter und wir bemerken auch erste Anzeichen der Zivilisation: dem ersten Regen seit 8 Wochen folgt die erste Ampel seit 6 Wochen, im Lebensmittelladen finde ich sogar Snickers!

Kurz vor Tan-Tan treffen wir Mohammed Azourar, der mit seinem selbstgebauten Hand-Fahrrad seine 6.Tour durch Marokko macht: 12.000 Kilometer in neun Monaten. Er ist nur mit dem Nötigsten unterwegs: Zelt, Koffer, Ersatzreifen, Kamera und Gästebuch, etwas Proviant und zwei Marokkofahnen. Er lädt uns zu sich nach Hause ein, wenn wir nächstes Jahr wieder kommen, inshallah, dann könnten wir Bilder schauen. Wir sind schwer beeindruckt. Mohammed ist querschnittsgelähmt, allein unterwegs, hat wenig Geld, das Wetter meist gegen sich und strahlt uns an, als wäre er der Gewinner einer Luxuskreuzfahrt.

08/04: Teppichtausch

Category: Marokko
Posted by: sabine
Weiter gehts auf der Straße Richtung Tata. Wir wollen durchstarten, Kilometer machen. Aber schon nach ein paar Hundert Metern steht ein Kleinwagen am Straßenrand, ein winkender Herr daneben. Wir kennen das schon, der Sprit ist ausgegangen. So wird oft geschnorrt, aber der hier sieht irgendwie seriös aus. Wir halten also an, geben ein paar Liter ab und werden prompt zum Tee eingeladen.

Herr Lamhamdi wohnt mit seiner Familie (Frau, drei Söhne, eine Schwiegertochter, diverse Enkelkinder, die zwei Töchter sind in andere Häuser verheiratet) in Tasla, einem kleinen Ort an der Straße. Die Männer des Ortes arbeiten in den umliegenden Silber- und Kobaltminen, die Frauen weben Teppiche. Alles, was sie zum Leben brauchen, tauschen die hiesigen Familien gegen ihre Teppiche ein. Findige Händler karren also Hemden und Handies aus Taiwan in die umliegenden Orte, greifen Teppiche ab und verhökern diese dann teuer im Ausland. Globalisierung im marokkanischen Hinterland.

Die nächste Tankstelle ist 60 km entfernt, wir könnten dem Hausherrn noch mehr Diesel überlassen. Wir werden gefragt, ob wir dafür nicht einen Teppich möchten und darüber hinaus vielleicht noch andere Dinge zum Tauschen haben? Haben wir nicht, aber ein kleiner roter Teppich gefällt uns gut. 20 Liter Diesel und 200 Dirham wechseln also den Besitzer und wir haben endlich unsere Marokko-Teppich-Erfahrung, allerdings ohne Teppichhändler und völlig fair und frei von Bauchschmerzen.

In Tissani halten wir für die in Reiseführer und Karte lobend erwähnten “Kaskaden, die zum Baden einladen”. Etwa 3 Meter Geplätscher, schleimige Algen und die gaffende männliche Dorfjugend wecken in mir keine Lust, in den Bikini zu steigen. Wir fahren weiter und finden nur wenige hundert Meter weiter ein atemberaubendes Palmental mit Lehmhütten, das in keinem der Reiseführer erwähnt wird. Es riecht nach wildem Oleander und die Dorfgeräusche wehen herüber: Lachen, Babygeschrei, blökende Esel - wunderschön!

Wir schaffen es noch bis Tata. Dort gibt es einen günstigen städtischen Campingplatz, einen kleinen Souk, einige Geschäfte und Restaurants und vor allem Menschen, die einen nicht dumm anquatschen – welche Wohltat!
Category: Marokko
Posted by: sabine
Draatal

07/04: Draatal

Category: Marokko
Posted by: sabine
Wir machen klar Schiff und nehmen Abschied vom Campingplatz "Prends ton temps" in Zagora. Ein schöner Platz, der von der Freundlichkeit und der menschlichen Wärme des Besitzers Hassan lebt. Unbedingt zu empfehlen!

Die Fahrt geht durchs Draatal, am späten Nachmittag im schönsten Fotolicht. Der Verlust der Kamera schmerzt immer noch. Romantisch verfallene Kasbahs (alte Lehmpaläste) in Palmenoasen, die Draa mäandert in glänzenden Windungen, am Straßenrand sehen wir winkende Kinder und schwer beladene Frauen, die das Futter für die Tiere schleppen, während die Männer voran reiten. Die Menschen hier sind offen, freundlich und so arm, dass ich in einem der üblichen Kleinläden keine ganze Packung „la vache qui rit“ bekomme, sondern nur zwei Stücke, weil mehr üblicherweise nicht verkauft wird.

Abends erreichen wir Agdz und übernachten auf dem einzigen Campingplatz der Umgebung. Der Besitzer stammt aus einer alten eingesessenen Familie und mag nach eigenem Bekunden Deutsche. Vor 30 Jahren kam nämlich ein deutscher Herr hier an, sah die verfallene Familienkasbah und sagte sich und dem verdutzten Besitzer: „Da muss man doch was machen, das geht doch nicht!“ Sprach’s, gründete einen Verein und schleppt seitdem jährlich zwei Dutzend Architekturstudenten nach Agdz, die alles wieder schön sauber aufbauen. Im Därr-Reiseführer werden Platz und Besitzer löblich erwähnt, im „Kulturschock Marokko“ lobend auf das Engagement hingewiesen. Naja, sicherlich eine klassische Win-Win-Situation, nicht wahr? Uns war der Besitzer wenig sympathisch, den Platz fanden wir mittelmäßig, den Service langsam, die Preise aber insgesamt fair.
Category: Marokko
Posted by: sabine
Heute morgen strahlender Sonnenschein. Ach, wären wir nur geblieben, denken wir kurz, aber gestern war der Entschluss gut, dann ist er es heute auch noch. Heute sehen wir auch die Berge wieder und können uns schnell orientieren. Aus Spaß fahren wir in ein kleines Dünengebiet, aber mit einem 7,5-Tonner endet das immer ganz schnell in anstrengenden Sandblechaktionen.

Wir wenden uns heimwärts, nicht ohne noch an der großen Touristendüne auf einen Tee bei den Draaes (also die Bewohner der Draa-Tals) halt zu machen, die gerade ein neues Zelt mit Platz für 40 bis 50 Touristen aufbauen. Immer mehr Menschen suchen die Ruhe in der Wüste, möchten aber dabei auf elektrisches Licht, Dusche, Toilette und Restaurant nicht verzichten. Der gestrige Sandsturm hat von der alten Anlage allen modernen Plastik-Schnickschnack weggeblasen und nur die guten, alten braunen Schafwoll-Zelte stehen gelassen, das sollte einem zu denken geben. Die Sahauris nehmens gelassen, Zeltaufbau bedeutet ja auch Geld und Arbeit und für einen Spaß sind die Touristen auch immer gut. Wie heute diese lustigen Deutschen, die mit ihrer Katze im Zickzack über die Ebene fahren (das machen wir, um dem verhassten Wellblech auszuweichen, Marokkaner rappeln einfach durch).

Abends sind wir wieder in Zagora. Dünen haben wir nicht gesehen und Bodo ist lageangepasst enttäuscht.
Category: Marokko
Posted by: sabine
Ali Baba und der eine Räuber

05/04: Chegaga

Category: Marokko
Posted by: sabine
Unser Ziel heißt Chegaga, Richtung Lake d´Iriki. Wir versprechen uns Dünen, Dünen und nochmals riesige Dünen, ein Höhepunkt der gesamten Reise. Wir haben die GPS-Daten der Route aus dem Internet und fühlen uns auf der sicheren Seite. Aufgrund der stark gestiegenen Touristenzahlen führt quasi eine Pistenautobahn Richtung Chegaga, die aber nicht mit unseren Daten übereinstimmt. Wir folgen den GPS-Daten, weil unbekannte Pisten, mögen sie noch so breit sein, bestimmt irgendwohin führen, aber wer weiß schon, wohin. Einige Stunden lang geht alles gut, Sandfelder wechseln sich mit Steinbergen ab, wir können die Richtung halten. An die Hitze und die blöden Fliegen, die immer Auge, Nase oder Ohren anpeilen, haben wir uns langsam gewöhnt.

Leider wird die Sicht immer schlechter, Sand ist in der Luft, der Wind frischt merklich auf. Am Nachmittag haben wir dann den Salat: in einem ausgewachsenen Sandsturm stehen wir vor einem Feld mit den doofen 3-Meter-Dünen, die unsere Pläne schon bei Taouz durchkreuzt haben. Nicht wirklich hoch, aber zu steil. Alle Spuren verschwinden unter diesen unüberwindbaren Hindernissen. Wir sind nach einigen Fehlversuchen vernünftig und drehen um. Die Option abwettern fällt bei 35 Grad ohne Lüftungsmöglichkeit flach und wir kehren um, Kurs Zagora. Bei einer Sicht von zeitweise unter 10 Metern finden wir dann unsere Piste auch trotz GPS nicht mehr und fahren querfeldein. Macht unserem treuen MAT ja nix, aber wir werden durchgeschüttelt, es dauert und wir nächtigen noch mal in der Prärie.
Category: Marokko
Posted by: sabine
Sturm in der Sahara

Keine Sicht mehr, nur Sand

Sturm in der Sahara

Immer schön an der Wand entlang: Fahren durch den Sandsturm. Und ja: das in der Mitte ist die Straße.

Category: Marokko
Posted by: sabine
Heute morgen sind wir los, ab in die Wüste. Schon Zagora zeigt mit dunkelhäutigen Bewohnern, verschleierten Männern und den Gandorras (Umhänge für Männer, meist in blau) eindeutig Wüstencharakter. Wir fahren also weiter Richtung Süden, bis M´Hamid, Endstation der Teerstraße. Der Ort besteht nur aus steinigen Wegen und kleinen Häusern mit abblätterndem Putz. Wackelige Eselskarren ziehen vorbei, Frauen ganz in Schwarz schauen schüchtern aus den Hauseingängen und die Handwerker öffnen ihre Läden oder bauen ihre kleinen Zelte auf. Hier gibt es tatsächlich noch Teekannenflicker und Messerschleifer. Und dazwischen zwei riesige Hotels mit Quad- und Kamelflotten für zahlungskräftige Touristen vor den Toren. Hier liegt die marokkanische Sahara vor der Tür, Wüstenromantik mit Übernachtung im Nomadenzelt, das zieht, zahlt sich aber nur für wenige Einheimische aus.

Wir fahren in der Gegend umher, schauen uns die Pisten an, gewöhnen uns an Flora und Fauna. Bei einem Nomaden mit Zelt und Kamel machen wir halt und wären gern geblieben, aber es gab wieder den ganzen Sermon, was wir alles machen und kaufen sollen, Geheimtipps, nur bei ihm, da haben wir uns schnell wieder verzogen. Schade. Die Nacht ist ruhig, sternenklar und bis auf einen Skorpion, der mehrmals auf Bodo zuspringt, auch ereignislos.
Category: Marokko
Posted by: sabine
Timbouktou

Schild in Zagora: Ab hier 52 Tage nach Timbuktu – mit dem Kamel. Aktuell leider nicht möglich, die Grenze zu Algerien ist dicht!
Category: Marokko
Posted by: sabine
Wie wir die letzte Woche verbracht haben:
  • mit Schnupfen und Husten. Diese schönen Szenen, wenn einer nach langem Husten gerade eingeschlafen ist und dann sofort vom Röcheln des anderen geweckt wird. Das Ganze 4 Nächte lang bei kuscheligen 30 Grad ohne ein Lüftchen Abkühlung.
  • Mit Paket suchen. Reparierte (Ricoh) Digital-Kamera, Bücher und wichtige Post sollen per UPS in ein internationales Hotel geliefert werden, kommen aber nicht an. Nach etlichen Tagen, Telefongesprächen und Kilometern finden wir das Paket bei UPS Marokko, kommen aber wegen angeblicher Zollprobleme nicht heran. Wie genau die aussehen und vor allem, wie sie gelöst werden können – keine Ahnung. Der Hotelportier ist faul und korrupt und die Dame des marokkanischen UPS hat die dumme Angewohnheit, mitten im Gespräch aufzulegen. Unsere Ansprechpartnerin bei UPS Deutschland in Neuss kriegt’s auch nicht hin, immerhin weiß sie zu berichten, dass Paket sei in Marokko! Die ganze Routenplanung, das Timing, die Organisation in Deutschland (Danke, Katja!) war umsonst.
  • Mit Kamera suchen. Ob ich unsere Olympus Digital-Kamera verloren habe oder ob sie gestohlen wurde, wer weiß, ich habe nichts bemerkt - aber eines Abends war sie weg. Jetzt haben wir eine Kamera in Deutschland in Reparatur, eine steckt in einem Paket in Marokko, an das wir nicht ran kommen und eine ist verschwunden. Toll. Letzte Möglichkeit ist der Camcorder, der auch Fotos macht. Für Bloggröße reicht die Auflösung, aber ansonsten ist das sehr frustrierend.
  • In der Werkstatt: der MAT wird abgeschmiert und das Getriebeöl gewechselt. Die Ventile für die Reifenfüllanlage waren verstopft und mussten gereinigt werden. Aufgrund der anhaltenden Hitze dehnt sich der Shelter aus, die Holzeinrichtung aber (das teure Schreinerholz!) zieht sich zusammen, weil das Holz endlich mal austrocknet - hm.

    Das ist auch Reisen, leider, nicht nur Abenteuer und Vorwärtskommen, sondern auch Aufwand, Frust und auf der Stelle treten.
  • Category: Marokko
    Posted by: sabine
    Riffifi Riffifi

    Unser Ziel: das Sternengucker-Hotel in Tinfou. Auf dem Dach sind Teleskope, mit denen man den Nachthimmel erforschen kann. Leider haben wir den deutschen Patron verpasst.
    Rechts Rififi im Glück: endlich wieder festen Boden unter den Füßen!
    Category: Marokko
    Posted by: sabine
    Wir fahren die letzten 40 Kilometer. Viel Zeit, sich um eine nahende Dusche, aber auch das Ende der spannenden Pistenfahrt Gedanken zu machen, bleibt uns nicht. Die GPS-Daten sind in einem Oued (trockenen Flussbett) für uns nicht mehr fahrbar, wir müssen über das Gebirge. Nach Stunden im Kriechgang, allein unter der glühenden Sonne, stehen wir plötzlich vor einem Schild, das uns Angst macht: Achtung, kurvige Straße mit Gefälle. Abgesehen davon, dass es das erste Schild seit Tagen ist, fragen wir uns, was kurviger und steiler als die bis jetzt bewältigte Piste sein kann. Glücklicherweise bleibt das ein Rätsel, die Straße ist zu bewältigen, wenn auch nur mit rasenden 10 km/h. Wir schwitzen, der Aufbau schwankt, die Reifen malmen, die Piste scheint kein Ende zu nehmen. Und dann, nachmittags, stehen wir plötzlich auf Teer, staubverschmiert und durchgerüttelt und starren die vorbeirauschenden, weiß glänzenden Hymermobile mit ihren top- und sonnenbebrillten Fahrern an.

    Wir nehmen den nächst besten Campingplatz mit dem schönen Namen „Prent ton temps“. Der gesamte LKW ist mit einer dicken Sand- und Staubschicht belegt und auch im Shelter sieht es nicht besser aus. Zwei Fenster stehen auf Lüftung, damit Rififi auch Luft kriegt und die Tür schließt nicht sanddicht. Also Sand auf den Polstern, den Tischen, dem Bett, Sand im Klo und hinter den Küchenschubladen und auch Rififi hinterlässt eine beachtliche Sandwolke, als er im Seemansgang aus dem Shelter schwankt.

    02/04: Karawane

    Category: Marokko
    Posted by: sabine
    Karawane

    Auch eine Reiseform: Dromedare transportieren das schwere Gepäck, die Touristen wandern nur mit Wasser und Jacke belastet durch die Wüstenlandschaft.