(aus gegebenem Anlass ohne Bilder)

Wir haben zwei kurzweilige Stunden in der Bar des Campingplatzes Oppi Koppi in Kamanjab verbracht. Es gab Jägermeister, deutsche Schlager und Wände voller ausgestopfter Tiere: Wildkatzen, Perhühner, Büffel-, Antilopen- und Gnuköpfe, sogar eine Giraffe samt Hals und ein einzelner Elefantenrüssel. Wir waren da, um uns bei Lars und Juanita, den Besitzern der hiesigen Falkenberg-Garage, für ihre Hilfe und Vermittlung zu einem Getriebe-Spezialisten mit ein paar Bier zu bedanken.

Gegen 22 Uhr steigen alle Gäste in ihre Pickups und Unimogs und machen sich lautstark auf den Heimweg. Als wir am MAT ankommen, sind wir plötzlich stocknüchtern: Es wurde eingebrochen. Durch das große Fenster ist jemand in unseren LKW eingestiegen und hat unsere gesamte Kamera-Ausrüstung geklaut, dazu einen Laptop, die externe Festplatte mit den Backups, Bodos gute und langjährig eingelaufene Meindl-Schuhe sowie eine offene Flasche Rotwein. Außerdem sind unsere Sachen durchwühlt und der Mückenschutz an zwei Fenstern kaputt. In den nächsten Stunden durchlaufen wir alle möglichen Gefühlsstadien. Schock: Was tun ohne Kameras? Wut: Jetzt läuft so ein Idiot in den guten Schuhen herum. Angst: Sind all unsere Fotos verloren? Hoffnung: Das kann nicht lange her sein, vielleicht erwischen wir den Dieb noch? Kurze Panik: Der Katzmat war im LKW - zum Glück gehts ihm gut.

Wir informieren die Besitzerin des Campingplatzes, die wiederum die Bargesellschaft zurückruft. Grimmige Gesichter organisieren eine Straßensperre, Pistolen tauchen auf und die ganze Nacht hören wir die Pickups durch die Straßen fahren. Der Dieb kommt aus der schwarzen Bevölkerung, da sind sich alle einig. Wir können das alles nicht beurteilen und warten ab. Nach einer Stunde kommt ein verschlafener Polizist, ohne Block, Stift oder Taschenlampe und kann gar nicht verstehen, warum wir so aufgebracht sind. Auch die offensichtlichen Fragen (Wie konnten die Diebe Elektrozaun und Security überwinden? Wer wußte, dass wir hier sind? Wo führen die Spuren hin? Was wurde überhaupt gestohlen?) interessieren sie nicht sonderlich. Von dieser Seite ist also keine Hilfe zu erwarten.

Trotzdem gehen wir am nächsten Morgen zur Polizei und geben den Fall zu Protokoll. Die Liste der gestohlenen Dinge, die wir dem Polizisten am vorigen Abend mitgegeben haben, ist schon mal verschwunden. Auch Juanita und Lars haben nichts in Erfahrung bringen können, warten aber noch auf eine Spezialeinheit, die im Laufe des Tage eintreffen soll und die "die Leute zum Reden bringt". Will ich genau wissen, was das heißt? Wir beschließen, eine Belohnung auszusetzen, vielleicht nutzt das ja was.

Wir verlassen Kamanjab, wir können nichts mehr tun. Mit Lars und Juanita bleiben wir telefonisch in Kontakt, sollte sich noch etwas ergeben. Die beiden kümmern sich, das wärmt. Die Besitzerin des Oppi Koppi Campingplatzes sorgt sich vor allem (zu recht!) um ihren Ruf und rät uns, wir sollen doch Fotos von den gestohlenen Schuhen machen. "Ach", sagt sie dann, "die Schuhe sind ja gestohlen. Ach ja, die Kamera ja auch." Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Frustriert und mutlos fahren wir nach Otjiwarongo, dort hat jemand eine Spezialwerkstatt für Getriebe. Abends entdecken wir, dass uns jemand Nägel vor die Reifen gestellt hat. Namibia macht es uns nicht einfach. Oder haben wir ein ernstes Karma-Problem?

Die nächsten Tage werden wir auf einem Werkstattgelände verbringen, gegen jede Wahrscheinlichkeit hoffen, dass sich vielleicht unsere Kameras wieder finden und beten, dass wir keinen schlimmen Getriebeschaden haben. Ganz, ganz toll.